Ausgabe 1 | Februar 2015

Sehr geehrte Damen und Herren,

es gibt Narren, die kaufen zuerst die Sporen und dann das Pferd, wie ein deutsches Sprichwort besagt. Ein anderes lehrt uns, Narren sagen, was die Klugen denken. Historisch und kulturell betrachtet, ist der Narr eine durchaus vielschichtige Figur. In der Antike galt er als Spötter, der die Obrigkeit verhöhnte. Im Mittelalter setzte man ihn dem Teufel gleich, der an Vergänglichkeit und Tod erinnern sollte. Die Wandlung zum Hofnarren, der die Herrschenden zur Vernunft ermahnte und ihnen mit seinen Späßen einen Spiegel vorhielt, begann im 14. Jahrhundert. Doch wurde der Narr in seiner Funktion nicht immer ernst genommen. Denn wenn dessen Meinung und Mitteilung nicht gefielen, dann tat man es eben als „Narretei“ ab. Später ist der Clown an die Stelle des Narren getreten, und ihm bleibt es heute (fast) nur noch im Karneval vorbehalten, Kritik zu üben. Dies tut er mitunter dann auch. Gut, dass in diesen Tagen jeder einmal Narr oder Närrin sein darf.

Wir wünschen Ihnen eine närrische Zeit!



      Thomas Hundertmark                    Manfred Bertschat

Inhalt

»  Editorial
   
» Messen und Kongresse
   
» Fachbeitrag
   
» Rubriken
   
» Gewinnspiel
   
» Impressum

Messen und Kongresse

B&H erneut Premium-Sponsor der DGFP

Kongress am 23. und 24. Februar 2015 in Berlin unter dem Motto „Digitale Transformation von Unternehmen“

Der Kongress bietet Unternehmen die Möglichkeit, in einem kompakten Rahmen einen intensiven Austausch mit Experten aus unterschiedlichen Branchen zu pflegen. Die Bertschat & Hundertmark Gruppe, Spezialdienstleister im Thema konfliktfreier Personalumbau, die auch in diesem Jahr als Premium-Sponsor des Kongresses in Berlin präsent ist, freut sich auf informative Gespräche und anregende Diskussionen. Bernhard Bertschat und Thomas Hundertmark, Geschäftsführer und Gründer der B&H Gruppe , sowie Vertriebsexpertin Gabriele Petry und Monika Kern-Brandt, Geschäftsführerin B&H Personalberatungsgesellschaft, stehen Ihnen an beiden Tagen als Gesprächspartner zur Verfügung, wenn es darum geht, Unternehmen im Wandel zu begleiten.
Der DGFP Kongress 2015 beleuchtet verschiedene Aspekte der digitalen Transformation. Im Mittelpunkt stehen verschiedene Business- und HR-relevante Themen, die mit renommierten Experten diskutieren werden – kontrovers und spannend.

Weitere Informationen und Anmeldung: » http://congress.dgfp.de

nach oben ↑

Fachbeitrag

Minijobs – Übergangsregelungen fallen weg

Die Übergangsregelungen für Beschäftigte in der Gleitzone fallen ab sofort weg. Alle Arbeitnehmer, die vor dem 1. Januar 2013 zwischen 400,01 und 450,00 Euro verdient haben, sind ab 1. Januar 2015 in der Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung frei. Nur in der Rentenversicherung besteht die Versicherungspflicht. Das bedeutet, dass der Arbeitnehmer einen Rentenversicherungsbeitrag in Höhe von 3,7 Prozent der beitragspflichtigen Einnahmen und der Arbeitgeber 15 Prozent übernimmt. Als Beitragsbemessungsgrundlage ist das Arbeitsentgelt heranzuziehen, mindestens jedoch ein Entgelt in Höhe von 175 €. Sollte der Arbeitnehmer weniger als 175 € im Monat verdienen, errechnet sich der Arbeitnehmeranteil für die Rentenversicherung aus diesem Mindestbetrag.

Auf Antrag kann sich der Arbeitnehmer von der Rentenversicherungspflicht befreien lassen.

Hintergrund ist, dass die Verdienstgrenze für Minijobber zum 1.Januar 2013 von 400 auf 450 Euro und die Gleitzonenobergrenze von 800 Euro auf 850 Euro angehoben wurde. Für Personen mit Entgelt in diesem Bereich bestand bis Ende Dezember 2012 Versicherungspflicht in allen Zweigen der Sozialversicherung. (Aufgrund von Übergangsregelungen waren die Arbeitnehmer ab Januar 2013 weiterhin im Rahmen der Gleitzone versicherungspflichtig.)

Mit dem Wegfall der Übergangsregelungen zum 1.Januar 2015 muss sich der Arbeitnehmer, um weiterhin einen Versicherungsschutz zu haben, um eine Anschlussversicherung kümmern. Der Arbeitgeber muss den Arbeitnehmer bei der Krankenkasse ab- und bei der Minijob-Zentrale anmelden. Soll der Status einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung erhalten bleiben, müssten die arbeitsvertraglichen Grundlagen dahingehend abgeändert werden, dass sich die regelmäßige Vergütung ab dem 1.Januar 2015 auf über 450 Euro erhöht.

Eine weitere Änderung ist die Erhöhung der Zeitgrenzen von zwei Monaten bzw. 50 Arbeitstage auf drei Monate bzw. 70 Arbeitstage für eine kurzfristige Beschäftigung. Sollte der Arbeitnehmer die Entgeltgrenze von 450 Euro gelegentlich unvorhergesehen überschreiten, führt dies nicht zu einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung, soweit er die Zeitgrenze von drei Monaten beziehungsweise 70 Arbeitstagen innerhalb eines Zeitjahres wahrt. Diese Regelung ist auf vier Jahre - bis zum 31. Dezember 2018 - begrenzt.

Weitere Informationen: » www.diebesterente.de

Olesja Jäger, Ass. jur.

Olesja Jäger arbeitet seit November 2014 bei Bertschat & Hundertmark Future GmbH. Sie berät und vertritt die Interessen der Privat- und Firmenmandate im Bereich Sozialversicherung insbesondere Rentenversicherung. Bevor die 31-jährige Volljuristin zu B&H Future GmbH wechselte, absolvierte sie ihr Rechtsreferendariat im Landgerichtsbezirk Mainz mit dem Schwerpunkt Sozialrecht.

 

nach oben ↑

Rubriken

Ermäßigte Besteuerung nur bei Zusammenballung

Ein GmbH-Geschäftsführer erhielt nach seinem Anstellungsvertrag neben einem Festgehalt auch eine Tantieme, die aber erst nach der Feststellung des jeweiligen Jahresabschlusses fällig wurde.

Im Jahr 2010 schlossen die Arbeitsparteien einen Aufhebungsvertrag, wonach der Geschäftsführer freigestellt wurde, sein Gehalt jedoch noch bis zum 31.12.2010 gezahlt wurde. Zudem erhielt er eine Abfindung von 225.000 €, die am 31.1.2011 zur Auszahlung kam. Die Tantieme von 50.000 € sollte er noch 2010 erhalten.

Der Geschäftsführer bezog 2010 einen Bruttoarbeitslohn von 288.725 € (Grundgehalt 150.000 €, Tantieme 2009 und 2010 je 50.000 €, 38.000 € Urlaubs- und Weihnachtsgeld, geldwerter Vorteil etc.). Im Jahr 2011 bezog er neben der Abfindung Einnahmen aus einer Dienstwagennutzung von 3.878 € sowie Lohnersatzleistungen von 10.383 € (Arbeitslosengeld).

Strittig war, ob die ermäßigte Besteuerung nach §§ 34 i. V. m. 24 Nr. 1 a /EStG (Fünftelregelung) auf die Abfindung anzuwenden ist. Diese ist von einigen Faktoren abhängig. So muss u.a. eine sog. Zusammenballung vorliegen. Demnach müssen mindestens 95 Prozent des Abfindungsbetrages in einem Geschäftsjahr ausbezahlt werden. Des Weiteren muss bei einer Verschiebung der Auszahlung in den Januar des Folgejahres die Abfindung plus gewisser anderer Beträge (Ist-Größe) höher sein, als die Einkünfte, die der Arbeitnehmer normalerweise im Vorjahr bezogen hat (Soll-Größe).

Das Finanzamt hatte eine ermäßigte Besteuerung nach §§ 34 i. V. m. 24 Nr. 1 a / EStG der Abfindung mit der Begründung abgelehnt, dass keine Zusammenballung vorliegt. Das Finanzamt vertrat die Ansicht, dass die Tantieme für 2010 ein Teil der Entschädigung ist und (begünstigungswidrig) in einem anderen Jahr als die Hauptentschädigung zur Auszahlung kam.

Das Finanzgericht erklärte jedoch, dass die Tantieme kein Bestandteil der Entschädigung darstellte, da durch den Aufhebungsvertrag lediglich deren Auszahlungsmodalitäten geändert worden waren. Trotzdem konnte der Geschäftsführer nicht aufatmen, da das Finanzgericht die Zusammenballung und damit die Anwendung der ermäßigten Besteuerung mit einem anderen Argument ablehnte. Eine Zusammenballung liegt nach Ansicht des Gerichts nicht vor, da der Arbeitnehmer trotz der Entschädigungszahlung insgesamt nicht in 2011 nicht mehr Einkünfte erzielt hatte. Hervorzuheben ist, dass das FG das bezogene Arbeitslosengeld in 2011 nicht in die Ist-Größe einbezog, weshalb diese letztlich die Soll-Größe unterschritt.

Das Finanzgericht berechnete folglich die Ist-Größe mit 228.878 € (225.000 € + 3.878 €) und die Soll-Größe mit 238.7245 € (288.725 € minus Tantieme 2010 von 50.000 €). Wäre das Arbeitslosengeld von 10.383 € einbezogen worden, hätte eine Zusammenballung vorgelegen. Dies wurde bislang auch so bewertet. Das FG ließ die Revision beim BFH zu. Es bleibt abzuwarten, wie es in diesem Fall weitergeht. 

WP/StB Christian Hoffmann, A&H Finance

 

 

nach oben ↑

Steuererklärungen per Fax

Der Bundesfinanzhof hat kürzlich ein Urteil veröffentlicht, dass die Übermittlung von Schriftstücken per Fax, wie in allen anderen Gerichtszweigen, uneingeschränkt gültig und zulässig ist, solange die Abgabefristen eingehalten werden.

Dies bedeutet, dass Arbeitnehmer ab sofort ihre Steuererklärung per Fax an das Finanzamt übermitteln dürfen.

nach oben ↑

Gewinnspiel

Hier gibt’s was auf die Ohren!

Sie können einen farbenfrohen Kopfhörer von Urbanears erhalten, wenn Sie bei unserem B&H Gewinnspiel mitmachen und bis zum 15. Februar die folgende Frage beantworten:

„In welchem Thema ist die B&H Gruppe Spezialdienstleister?“

» Klicken Sie hier!

nach oben ↑

Impressum

Redaktion: Susann Barczikowski, Manfred Bertschat
Für allgemeine Informationen: redaktion@bertschat-hundertmark.de
Bildnachweise: #69064340 - Clown © Natallia Vintsik - Fotolia.com, Olesja Jäger © O. Szekely
» ausführliche Angaben

Newsletter abbestellen:
Falls Sie diesen Service zukünftig nicht mehr wünschen und Sie sich abmelden möchten oder unwissentlich angemeldet worden sind, klicken Sie bitte nachfolgenden Link und Sie werden automatisch abgemeldet:
» DIESEN NEWSLETTER ABBESTELLEN

Bertschat & Hundertmark Gruppe, Lessingstrasse 10, 61231 Bad Nauheim
Tel.Nr.: 06032-9267022, Fax.Nr.: 06032-9267099,
www.bertschat-hundertmark.de, info@bertschat-hundertmark.de