Ausgabe 2 | Juli 2015

Sehr geehrte Damen und Herren,

alle reden von der Sommerhitze. Wir nicht! Wir finden, es gibt andere heiße Themen. Die Vergütung von Überstunden zum Beispiel, die Umsetzung von Vorruhestandsmodellen für ältere Beschäftigte oder die Tücken der Scheinselbständigkeit. Brennend interessiert uns auch, wie Führungskräfte die Zufriedenheit und Leistungsfähigkeit ihrer Mitarbeiter durch Lob und Unterstützung steigern können und was Frauen in der IT-Branche erreichen können. Einer Umfrage (Developer Week 2015) zufolge glauben 33 Prozent der Software-Entwickler, dass ein höherer Frauenanteil die Innovationskraft steigern und den Fachkräftemangel ausgleichen wird.

Für eine hitzige Diskussion dürfte schließlich auch das Statement einer Investmentbank gesorgt haben, die ihren rund 2.900 Praktikanten riet, ihre tägliche Arbeitszeit auf 17 Stunden zu beschränken. Zwischen Mitternacht und sieben Uhr morgens habe unter der Woche niemand etwas im Büro verloren, konstatierte die Bank. Apropos Mehrarbeit: In deutschen Unternehmen leisten Arbeitnehmer im Schnitt zwölf Überstunden je Quartal. Davon wird nicht einmal die Hälfte der Stunden bezahlt oder ausgeglichen, wie das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) herausgefunden hat. Ob sich Überstunden lohnen? Fragen Sie doch e inmal Ihre Mitarbeiter.

Wir wünschen Ihnen einen kühlen Kopf!



Thomas Hundertmark                    Manfred Bertschat

Inhalt

»  Editorial
   
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» Gewinnspiel
   
» Impressum

Fachbeiträge

Vorruhestandsmodelle für Beschäftigte finanziell optimieren – Akzeptanz erhöhen

Es gibt immer mehr ältere Beschäftigte, die trotz aller Anstrengungen ihre Arbeitsfähigkeit nicht mehr besitzen oder auch durch Restrukturierungen ihre Arbeitsstelle verlieren. In diesen Fällen bieten Unternehmen Betroffenen oft Modelle für einen vorgezogenen Ruhestand an.

Überlegungen und Verhandlungen ziehen sich mitunter sehr lange hin, weil die Klärung von Sachverhalten bei Rententräger oder Sozialversicherung zu lange dauern. Unternehmen können nicht die jetzt notwendige Transparenz in den entscheidungsrelevanten Fragen liefern und z.B. keine verbindlichen Aussagen zur Netto-Absicherung der Mitarbeiter bis über den Rentenzugang hinaus treffen. Verhandlungen ziehen sich oft hin Betroffene sind oft frustriert, Lösungen werden fast unmöglich und der Arbeitgeber bleibt auf den direkten Personalkosten und indirekten Kosten sitzen.

Die Praxisfälle zeigen, dass durch eine verbindliche Fachberatung durch ein Team von Experten der B&H Gruppe Vorruhestandsmodelle für ältere Mitarbeiter bzw. Mitarbeiterinnen finanziell optimiert werden können.

Neben diesem positiven Aspekt für Beschäftigte profitiert auch der Arbeitgeber: Die Akzeptanzquote von Vorruhestandsmodellen ist deutlich höher.

Bernhard Bertschat,
Geschäftsführer der B&H Gruppe

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Scheinselbstständigkeit – Risiko für den Arbeitgeber

Ein Arbeitgeber, der einen vermeintlichen freien Mitarbeiter beschäftigt und somit keine sozialversicherungspflichtigen Beiträge abführt, kann bei einer Betriebsprüfung, in der eine abhängige Beschäftigung erkannt wird, zur Zahlung von Beiträgen zur gesetzlichen Sozialversicherung verpflichtet werden.

Aber: Wann liegt tatsächlich keine Selbstständigkeit, sondern ein Angestelltenverhältnis vor?

Ist der vermeintlich freie Mitarbeiter zum Beispiel in den Betrieb eingegliedert und ist an die Weisung bezüglich Zeit, Art und Ort des Arbeitgebers gebunden, so liegt ein Indiz für eine Scheinselbstständigkeit vor. Für die Abgrenzung ist die Gesamtschau aller Merkmale des Arbeitsverhältnisses von Bedeutung. Auch wenn die Vertragsparteien ein Beschäftigungsverhältnis nicht wünschen und bemüht sind, den Vertrag so zu gestalten, dass eine solche abhängige Beschäftigung verdeckt bleibt, sind vielmehr die tatsächlichen Verhältnisse der Beschäftigung für die rechtliche Bedeutung entscheidend.

Arbeitet ein Scheinselbstständiger von Januar 2010 bis Dezember 2013 auf einer Honorarbasis von 3000 € im Monat für den Arbeitgeber und wird eine abhängige Beschäftigung erst im Januar 2014 festgestellt, so muss der Arbeitgeber die Gesamtsozialversicherungsbeiträge ab Eintritt in das Beschäftigungsverhältnis an die Einzugsstelle zahlen. Den unterbliebenen Abzug des Arbeitnehmerbeitragsanteils kann der Arbeitgeber nur für die letzten drei Lohn- oder Gehaltszahlungen nachholen. Er kann somit für den Zeitraum Oktober bis Dezember 2013 den Arbeitnehmeranteil in der Lohnabrechnung Januar 2014 nachholen.

In diesem Fall ist der Arbeitgeber verpflichtet, 42.012 € an Gesamtsozialversicherungsbeiträgen abzüglich des Arbeitnehmeranteils für den Zeitraum Oktober bis Dezember 2013 an die Einzugsstelle zu zahlen.

Eine solche Nachforderung kann verhindert werden, wenn der Arbeitgeber innerhalb eines Monats nach Aufnahme der Tätigkeit einen Antrag auf Statusfeststellung stellt. Wird hier festgestellt, dass ein versicherungspflichtiges Beschäftigungsverhältnis vorliegt, so tritt mit Bekanntgabe der Entscheidung die Versicherungspflicht ein. Die Sozialversicherungsbeiträge dürfen somit nicht für die Vergangenheit nachgefordert werden.

Es ist ratsam, Verträge mit freiberuflichen Mitarbeitern oder Selbstständigen von fachkundigen Unternehmen hinsichtlich der Statusfeststellung prüfen zu lassen. Unsere Experten der B&H Future, Renten- und Vorsorgeberatung GmbH beraten Sie hierbei gerne.

Olesja Jäger, Rechtsanwältin und Rentenberaterin,
B&H Future - Renten- und Vorsorgeberatung GmbH

 

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Rubriken

Überstunden

758 Millionen Überstunden, dazu 1,03 Mrd. Stunden an unbezahlter Mehrarbeit haben Beschäftigte 2013 in Deutschland geleistet. Das hat das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung ermittelt. Doch wie werden mehrgeleistete Überstunden in der Sozialversicherung behandelt? Normalerweise beträgt die Regelarbeitszeit 40 Wochenstunden, die unterschiedlich auf die Wochentage verteilt sein können. Für eine Verlängerung auf maximal 60 Wochenarbeitsstunden müssen außerordentliche Gründe vorliegen, die vertraglich geregelt oder in einer Betriebsvereinbarung verankert sein müssen. Diese mehrgeleisteten Stunden können auf einen Arbeitszeitkonto angespart werden oder zur Auszahlung kommen. Als Mehrarbeitsvergütungen zählen sie zum laufenden Arbeitsentgelt und können zeitversetzt ausgezahlt werden, auch wenn sie einem bestimmten Abrechnungszeitraum zuzuordnen sind. Kann zum Zeitpunkt der Abrechnung nicht festgestellt werden, wie viele Überstunden geleistet wurden, können die angefallenen Stunden auch zu einem späteren Zeitpunkt abgerechnet werden. Ist ein Arbeitnehmer krankenversicherungsfrei, weil das regelmäßige Jahresarbeitsentgelt die Jahresarbeitsentgeltgrenze überschreitet, bleiben Mehrarbeitsvergütungen außer vor, weil es sich dann nicht um regelmäßig zu erwartende Zahlungen handelt. (vgl. Haufe Mehrarbeit/Sozialversicherung)

Personalmanagement aktuell

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Ungekürzter Erholungsurlaub

Darf der Arbeitgeber den Urlaubsanspruch eines Beschäftigten kürzen, wenn das Arbeitsverhältnis ruht? Laut Bundesarbeitsgericht (BAG) müssen in solchen Fällen die Umstände geprüft werden. Denn grundsätzlich ist der Anspruch auf bezahlten Erholungsurlaub allein an den rechtlichen Bestand des Arbeitsverhältnisses gebunden. Haben Arbeitnehmer und Arbeitgeber ein Ruhen des Arbeitsverhältnisses vereinbart, ist eine Kürzung des Urlaubsanspruchs nur dann möglich, wenn die gesetzlichen Bestimmungen das Recht auf Kürzung ausdrücklich vorsehen. Diese Möglichkeit besteht zum Beispiel bei der Inanspruchnahme der Elternzeit. In einem aktuellen Fall hatte eine Arbeitnehmerin neun Monate unbezahlten Urlaub genommen, um einen Angehörigen zu pflegen. Das Pflegezeitgesetz beinhaltete aber keinen Passus zur Kürzung des gesetzlichen Urlaubsanspruchs. (AZ: 9AZR 678/12)

Personalmanagement aktuell

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Stresspuffer Lob

Gesünderes Arbeiten hängt von vielen Faktoren ab. Ein wesentlicher Aspekt dabei ist das Lob und die Anerkennung von Vorgesetzten, wie eine Studie der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) belegt. Befragt wurden 20.000 Erwerbstätige zum Thema Leistungsdruck und Stressempfinden. In der Gruppe der Befragten, die auf die Unterstützung ihrer Vorgesetzten bauen konnten, gaben nur 47 Prozent an, unter Termin- und Leistungsdruck zu stehen. Bei Beschäftigten, die kaum Rückhalt durch ihre Führungskraft erhalten, waren es 59 Prozent. Ein Drittel der Beschäftigten, die unter starker Belastung am Arbeitsplatz stehen, gab an, diese aufgrund der Unterstützung ihres Vorgesetzten besser meistern zu können. Die BAuA erkannte drei entscheidende Kriterien zur Stressbewältigung am Arbeitsplatz: Ratschläge zur Problemlösung bei der Arbeitsaufgabe, Vertrauen in die Fähigkeit des Beschäftigten und der Rückhalt, sich auf den Vorgesetzten verlassen zu können. Eine Unternehmenskultur, in der Förderung und Unterstützung gelebt werde, sei eine Ressource für gesünderes Arbeiten.  

Personalmanagement aktuell

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Gewinnspiel

Zur Abkühlung ein Picknick am See!

Sie können einen Picknick-Korb & ein Picknick-Minikochbuch gewinnen, um dann an einem sommerlichen Abend zur Abkühlung an einen Badesee zu fahren, wenn Sie bei unserem B&H Gewinnspiel mitmachen und bis zum 15. Juli die folgende Frage beantworten:          

„Welchen Vorteil für Arbeitgeber bietet die Vorruhestandsberatung durch die Experten der B&H Gruppe?“           

» Klicken Sie hier!

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Impressum

Redaktion: Susann Barczikowski, Manfred Bertschat
Für allgemeine Informationen: redaktion@bertschat-hundertmark.de
Bildnachweise: Olesja Jäger, Bernhard Bertschat © O. Szekely,
#61452045 - Cesta de picnic © Photographica - Fotolia - Fotolia.com,
#84850446 - Reisezeit © S.Kobold - Fotolia - Fotolia.com,
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